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Homelift oder klassischer Aufzug? Der ehrliche Unterschied für Ihr Zuhause

Homelift oder klassischer Aufzug? Der ehrliche Unterschied für Ihr Zuhause

Editör · 17. August 2026

Wer im eigenen Haus barrierefrei zwischen Etagen wechseln möchte, landet bei der Recherche schnell bei zwei sehr unterschiedlichen Lösungen: dem Homelift und dem klassischen Aufzug. Beide bringen Personen senkrecht von einer Etage zur nächsten, unterscheiden sich technisch aber grundlegend — mit spürbaren Folgen für Einbau, Kosten und laufende Pflichten.

Ein Homelift ist ein senkrecht fahrender Lift mit eigenem, meist verglastem oder aus Aluminium gefertigtem Schacht, der ins bestehende Gebäude gestellt wird. Statt einer tiefen Grube reicht in der Regel ein Deckendurchbruch, ein gemauerter Schacht ist nicht erforderlich. Homelifte fahren vergleichsweise langsam — typisch sind rund 0,15 Meter pro Sekunde — und fallen dadurch unter die Maschinenrichtlinie statt unter die vollständige Aufzugsrichtlinie. Das vereinfacht das Zulassungsverfahren spürbar gegenüber einem klassischen Aufzug.

Ein klassischer Aufzug dagegen läuft in einem gemauerten oder betonierten Schacht, benötigt eine Grube, oft ein Triebwerk und muss umfassende Brandschutzanforderungen erfüllen. Er unterliegt der vollständigen Aufzugsrichtlinie inklusive der wiederkehrenden gesetzlichen Prüfpflicht durch eine Zugelassene Überwachungsstelle nach Betriebssicherheitsverordnung (siehe unseren separaten Beitrag zur Prüfpflicht).

Beim Einbauaufwand liegen Welten dazwischen: Ein Homelift lässt sich häufig innerhalb weniger Tage installieren, mit vergleichsweise geringem Eingriff in die tragende Struktur — notwendig sind im Kern ein Deckendurchbruch, eine tragfähige Bodenplatte und ein normaler Stromanschluss. Eine Baugenehmigung ist oft nicht zwingend erforderlich, solange keine tragenden Bauteile verändert werden; das sollte je nach Bundesland und Einzelfall aber vorab geprüft werden. Ein klassischer Aufzug erfordert dagegen Wochen bis Monate Bauzeit mit Statiker, Schachtbau und in aller Regel einer Baugenehmigung.

Bei den Kosten zeigt sich derselbe Unterschied: Homelifte bewegen sich grob zwischen etwa 15.000 und 40.000 Euro inklusive Einbau für eine überschaubare Etagenanzahl, während ein klassischer Aufzug häufig bei rund 60.000 Euro aufwärts beginnt, zuzüglich des Schachtbaus. Beide Zahlen sind Richtwerte mit erheblicher Spanne je nach Ausstattung, Etagenzahl und baulichen Besonderheiten — belastbar wird es erst mit einem konkreten Angebot.

Auch bei den laufenden Pflichten unterscheiden sich beide Systeme: Der klassische Aufzug bringt die volle wiederkehrende BetrSichV-Prüfpflicht mit entsprechenden laufenden Kosten mit sich, während für Homelifte unter der Maschinenrichtlinie in der Regel ein einfacheres Prüfregime gilt. Vor der Entscheidung lohnt der Blick auf die tatsächliche Herstellervorgabe der jeweiligen Anlage.

Welche Lösung passt, hängt vom Gebäude und Bedarf ab: Ein Homelift eignet sich gut für Einfamilienhäuser und Bestandsgebäude mit begrenztem Budget, wenig Platz und moderatem Fahrbetrieb. Ein klassischer Aufzug lohnt sich eher bei Mehrfamilienhäusern und Eigentümergemeinschaften mit hoher Fahrleistung, mehreren Etagen und dem Wunsch nach höherer Tragkraft und Fahrgeschwindigkeit über viele Jahre.

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Häufige Fragen

Braucht ein Homelift eine Baugenehmigung?

Oft nicht, solange keine tragenden Bauteile verändert werden — notwendig sind meist nur Deckendurchbruch, tragfähige Bodenplatte und ein normaler Stromanschluss. Das sollte je nach Bundesland und Einzelfall vorab geprüft werden.

Wie schnell fährt ein Homelift im Vergleich zum klassischen Aufzug?

Homelifte fahren typischerweise deutlich langsamer, rund 0,15 Meter pro Sekunde, und fallen dadurch unter die Maschinenrichtlinie statt der vollständigen Aufzugsrichtlinie. Klassische Aufzüge fahren spürbar schneller.

Was kostet ein Homelift im Vergleich zu einem klassischen Aufzug?

Grobe Richtwerte: Homelift etwa 15.000 bis 40.000 Euro inklusive Einbau, klassischer Aufzug häufig ab rund 60.000 Euro aufwärts zuzüglich Schachtbau. Beides sind Richtwerte mit großer Spanne je nach Ausstattung.

Muss ein Homelift auch von einer ZÜS geprüft werden?

Da Homelifte unter die Maschinenrichtlinie statt die volle Aufzugsrichtlinie fallen, gilt in der Regel ein einfacheres Prüfregime als beim klassischen Aufzug. Die konkrete Herstellervorgabe der jeweiligen Anlage ist maßgeblich.